"Tag der Jugendfeuerwehr" 2015

Jugendfeuerwehr war 24 Stunden im Dienst

Von Samstag, 28. März 2015, auf Sonntag veranstaltete die Jugendfeuerwehr Ingelheim am Rhein zum ersten Mal einen „Tag der Jugendfeuerwehr“. Dieser Tag stand dabei ganz im Zeichen des (möglichen) Alltags der Feuerwehrangehörigen. Los ging es am Samstag Vormittag um 10:00 Uhr. Nach Überprüfung der Anwesenheit der Jugendlichen, verlas Jugendfeuerwehrwart Björn Roos die Fahrzeugeinteilung für die nächsten 24 Stunden. Für mögliche „Einsätze“ wurden das eigens für die Jugendfeuerwehr umgebaute KTLF (Kleintanklöschfahrzeug), das LF 16/12 (Löschgruppenfahrzeug) und das MTF (Mannschaftstransportfahrzeug) besetzt. Darüber hinaus stellten zwei weitere angehende Feuerwehrmänner die Einsatzbereitschaft für diverse Sonderfahrzeuge, wie zum Beispiel das TLF 24/48-SL (Tanklöschfahrzeug mit Sonderlöschmittel) und den RW (Rüstwagen), sicher.

Als die 21 anwesenden Nachwuchskräfte auf die Fahrzeuge verteilt waren, ging es zunächst zum Fahrzeugcheck. Die Autos und Lastwagen wurden kurz auf Vollständigkeit und Einsatzbereitschaft überprüft, während die Gruppenführer mit einem digitalen Meldeempfänger ausgestattet und in „die Regeln der Kunst“ beim Funken eingewiesen wurden. Von nun an begann die erste Ausbildungseinheit. Hierbei stand die Gerätekunde der genannten Löschfahrzeuge sowie die Patientenerstversorgung auf dem Programm. Die erforderlichen und einzuleitenden Maßnahmen der Ersten Hilfe wurden hierbei durch zwei befreundete Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes, sehr anschaulich erläutert. Diese konnten speziell für den Dienst einen Rettungswagen mitbringen, was den Jugendlichen nicht nur seltene Einblicke, sondern im Laufe des Tages sogar die eine oder andere Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst ermöglichen sollte.

Um 10:38 Uhr wurde die Ausbildung jäh unterbrochen. Zum ersten Alarm des Tages schrillte der digitale Meldeempfänger des KTLF-Gruppenführers auf. Gemeldet war eine „H1 – Tierrettung“, die sich als Katze auf Baum herausstellte und genauso schnell, wie routiniert abgearbeitet wurde. Kurz nach 11 Uhr der nächste Einsatz: Diesmal ging es für die Besatzung des MTF und RW zu einer Unterstützung Rettungsdienst, da dieser am Einsatzort eine verschüttete Person vorfand und eine weitere Person alleine nicht tragen konnte. Die im Gerätehaus verbliebenen und nicht alarmierten Jugendlichen erhielten derweil u.a. eine Kurzanweisung in die Schlauchwäsche und Pflege der Einsatzmaterialien. Auch dies gehört zum Feuerwehralltag, nicht nur bei Berufsfeuerwehren, wie selbstverständlich dazu.

Dass man sich als Feuerwehrmann nicht mal beim Essen seiner Verschnaufpause sicher sein kann, lernten die Jugendlichen dann gegen kurz vor 13 Uhr: Der Letzte hatte sein Stück Fleischwurst gerade erst aufgegessen, als die Besatzung des KTLF zu einem Flächenbrand angefordert wurde. Noch auf Anfahrt der Einsatzkräfte fragte der ebenfalls anwesende und eingesetzte Einsatzleiter der Aktiven bei der Einsatzzentrale die Ausmaße des Brandes an. Schnell wurde klar, dass noch weitere Fahrzeuge zur Brandbekämpfung benötigt werden würden, sodass ein Vollalarm für die Jugendfeuerwehr Ingelheim ausgelöst wurde. Nach routiniertem, aber dennoch forderndem Einsatz galt es im Anschluss an diesen „Einsatz“ für die Jugendlichen das verwendete und schmutzige Material gegen Sauberes zu tauschen und die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge wieder herzustellen. Wie sich im weiteren Tagesverlauf herausstellen sollte, erwies sich das auch als absolut notwendig!

Noch insgesamt fünf Mal wurde die Jugendfeuerwehr zwischen immer wieder kleineren Ausbildungsblöcken sowie Pausen- und Bereitschaftszeiten zu mehr oder weniger brisanten „Einsätzen“ gerufen. Besonders hervorzuheben sind hierbei sicherlich die Meldungen „H2 – Verkehrsunfall Pkw mit eingeklemmter Person“ sowie „B2 – Gebäudebrand“. Bei dem Verkehrsunfall stellten die eintreffenden Kräfte fest, dass eine Person im Fahrzeug und eine weitere Person unter einem Traktorenanhänger eingeklemmt war. Der Gebäudebrand entpuppte sich als kleiner Barackenbrand ohne Personengefährdung, der nichts desto trotz den Heranwachsenden die volle Konzentration abverlangte.

Durch das Einspielen auch immer wieder kleinerer Einsätze wie zum Beispiel „Baum auf Straße“ oder „Müllbehälterbrand“ wurde den Jugendlichen verdeutlicht, dass es im Leben eines (freiwilligen) Feuerwehrmannes auch immer wieder zu Bagatelle-Einsätzen kommen kann, für die man ebenso alles stehen und liegen lässt, wie für die „großen Nummern“.

Der letzte ernstzunehmende Einsatz des Tages war zugleich auch das Highlight für viele der Anwesenden: so ging es zur Suche nach einem in Not geratenen Hund auf den Rhein. Hierzu wurde eigens das MZB (Mehrzweckboot) zu Wasser gelassen und mit Jugendlichen besetzt. Auch hier wurde den Nachwuchskräften noch mal deutlich gemacht, dass es manchmal zu Einsätzen kommt, bei denen man auch als Feuerwehrmann ohne Erfolg bleibt: Den in Not gemeldeten Hund gab es tatsächlich nicht. Ein im Wasser treibender Baumstumpf sah aus Ufernähe aus wie ein Hund und hatte somit für den Jugendfeuerwehreinsatz gesorgt.

Nach getaner Arbeit und dem zwischenzeitlichen Einrichten der Schlafplätze für die bevorstehende Übernachtung im Feuerwehrgerätehaus ertönten um 19 Uhr zum letzten Male die digitalen Meldeempfänger: Auf der Ingelheimer Carolinenhöhe habe ein Anwohner einen sichtbaren Feuerschein gemeldet. Dort angekommen wurde der Feuerschein zum Grillfeuer, das zum Zwecke des leiblichen Wohls der müden Kämpfer und allen eingesetzten Ausbildern angezündet wurde. Mit gefüllten Bäuchen endete der Tag der Jugendfeuerwehr 2015 gegen 20:30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus, wo noch so mancher Jugendlicher in der Nacht – vergeblich – auf einen Einsatz für die Jugendfeuerwehr wartete. Nach erfolgter Abbau- und Aufräumaktion endete der durchweg erfolgreiche und unterhaltsame Tag am Sonntag Vormittag.

Die Jugendfeuerwehr Ingelheim bedankt sich bei allen aktiven Feuerwehrleuten der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim, die sich für diesen Tag als Ausbilder, Maschinisten und Bootsführer zur Verfügung gestellt haben. Besonderer Dank gilt den zwei Rot -Kreuzlern,die uns nicht nur als Ausbilder für die Erste Hilfe zur Verfügung standen, sondern unsere Übungseinsätze den ganzen Samstag mit einem Rettungswagen begleiteten.