Tag der Jugendfeuerwehr – 24 Stunden im Zeichen der jungen Brandschützer

Am Samstag den 11. März 2017, 10:00 Uhr stand der jährliche Tag der Jugendfeuerwehr für die Nachwuchsbrandschützer an. 19 Floriansjünger der Jugendfeuerwehr Ingelheim warteten gespannt darauf, was in den nächsten 24 Stunden vor ihnen liegen würde. Auf dem Programm stand nämlich die 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Ingelheim am Rhein. Die Jugendlichen erlebten dabei, ähnlich wie bei einer Berufsfeuerwehr, einen Dienstalltag aus Ausbildung, Freizeit und „Einsätzen“.

Beim Antreten wurde die Anwesenheit der Jugendlichen festgestellt, sowie die Fahrzeugeinteilung für die 24h-Schicht vorgenommen. Nach dem Einteilen übernahmen die Mannschaften ihre Fahrzeuge und checkten die Gerätschaften.

Kurz nach 11 war es soweit, während sich die Jugendlichen mit den Fahrzeugen und dem Einsatzmaterial vertraut machten, lösten zum ersten Mal an diesem Tag die digitalen Meldeempfänger aus, welche extra für die jeweiligen Fahrzeugführer an dem Tag ausgegeben wurden: „H1 – Hilfe für Tiere“ lautete das Einsatzstichwort. Alarmiert waren der KdoW-zbV (KDOW (10/4)), das KTLF (KTLF (48)) und das MZF 1 (MZF1 (73)) mit Tierrettungsmodul. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine Katze auf einem Baum saß und von diesem nicht mehr selbstständig herunter kam. Der typische Feuerwehr-Klischee Einsatz also. Durch die Kräfte wurde eine Steckleiter aufgebaut und die Katze in eine Katzenbox verbracht. – Einsatzende.

Nachdem ein Teil der Jugendlichen bereits unterwegs zur Hilfeleistung war, wurde die Besatzung des LF 8/6 (LF 8/6 (42)) kurze Zeit später zu einem „B1- Müllbehälterbrand“ alarmiert. An der Einsatzstelle brannte ein Müllbehälter, welcher durch einen Trupp mit einem C-Hohlstrahlrohr abgelöscht wurde.

Als die Einsätze beendet waren, rückten die Kräfte wieder ein und die Fahrzeuge wurden einsatzbereit gemacht. Auf dem Dienstplan stand nun Ausbildung, aufgeteilt in zwei Gruppen. Thema hierbei war unter anderem die Feuerwehrdienstvorschrift 3 - hier die Einheiten im Löscheinsatz, sowie die Feuerwehrdienstvorschrift 10 – tragbare Leitern. – Kombiniert mit dem Thema Knoten und Stiche.

Ohne Mampf kein Kampf, so auch bei der Feuerwehr. Zur Stärkung der Jugendlichen wurde in der Mittagspause Fleischwurst mit Brötchen zu sich genommen, bevor die eingeladenen Eltern zum Elternnachmittag vorbei schauten. Dieser diente dazu, den Müttern und Vätern zu zeigen, was ihre Kinder in der Jugendfeuerwehr eigentlich so machen.

Bevor die eigentliche Ausbildung allerdings begann, wurden alle Floriansjünger mit dem KdoW-zbV (KDOW (10/4)), LF 8/6 (LF 8/6 (42)), KTLF (KTLF (48)) und MZF 1 (MZF1 (73)) zu einem ausgelösten Rauchwarnmelder in einem Bürogebäude alarmiert. Die Erkundung durch den Angriffstrupp des LF 8/6 ergab, dass es sich um einen Fehlalarm handelte. Somit konnte der Einsatz schnell beendet und die Wache angefahren werden.

An der Wache wurden in drei Gruppen die Themen „Feuerwehrdienstvorschrift 3 – hier Einheiten im Hilfeleistungseinsatz“, Ausleuchten von Einsatzstellen und „Feuerwehrdienstvorschrift 10 – Tragbare Leitern“ behandelt. Somit hatten die Eltern einen kleinen Einblick, welche Tätigkeiten in der Feuerwehr durchgeführt werden.

Nach Beendigung der Ausbildung, gab es für alle selbst gebackenen Kuchen. Die Eltern, Jugendlichen und Aktiven führten hierbei Gespräche über den Alltag in der Freiwilligen Feuerwehr, bevor es gegen 15:40 für das KTLF (KTLF (48)) und MZF 1 (MZF1 (73)) hieß „Einsatz – H1 Wasserschaden“. Vor Ort war eine Bütte mit Wasser gefüllt, welche einen Wasserschaden simulieren sollte. Die Bütte wurde durch die Einsatzkräfte mittels Tauchpumpe leer gepumpt.

Bereits um 15:45 wurde der noch in der Wache verbliebene Feuerwehrnachwuchs zu Einsatz Nr. 5 alarmiert. „H2 Person eingeklemmt unter Arbeitsmaschine“ lautete die Einsatzmeldung auf den Meldeempfängern. An der Einsatzstelle war eine Person, gespielt durch einen aktiven Kameraden, unter seiner Arbeitsmaschine eingeklemmt. Ausgerückt mit LF 8/6 (LF 8/6 (42)) und RW (RW (52)) wurde das zuvor Erlernte in die Praxis umgesetzt. Mittels Hebekissen wurde die Arbeitsmaschine angehoben und mit Rüstholz unterbaut. Nachdem der Patient frei lag, wurde dieser auf ein sogenanntes Rettungsbrett gelegt und befreit.

Zurück auf der Wache stand bei schönstem Wetter Fahrzeugpflege für alle eingesetzten Einsatzfahrzeuge an.

Gegen 17:45 Uhr stand dann auch schon der nächste „Einsatz“ für alle Nachwuchskräfte an. „B2 Gebäudebrand Im Blumengarten Ingelheim“. Ausgerückt mit KdoW-zbV (KDOW (10/4)), LF 16/12 (LF 16/12 (44)), TLF 24/48 SL (TLF 24/48 SL (25)), KTLF (KTLF (48)) und MZF 1 (MZF1 (73)) wurde festgestellt, dass ein Palettenhaus in Vollbrand stand. Mit vier C-Strahlrohren bekämpften die Jugendlichen das Feuer. Die Besatzung des TLF 24/48 SL stellte bei diesem Einsatz die Wasserversorgung für das LF 16/12 und KTLF. Einige Passanten hielten an und schauten sich das Spektakel auf der Wiese neben dem Freibadparkplatz an. Nach Rückbau der Gerätschaften wurden diese in der Feuerwache durch z.B. saubere Schläuche ausgetauscht und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt.

Als nächstes stand gegen 19:00 Uhr das Abendessen auf dem Plan. Für die Jugendlichen, die Ausbilder und Helfer gab es Steaks und Würstchen vom Grill.

Nachdem alle satt und in Gespräche über das Erlebte vertieft waren, klingelten die Meldeempfänger der Jugendlichen um 20:10 Uhr mit dem Stichwort H2 – Person in Zwangslage. In einem Regenrückhaltebecken war eine Person mehrere Meter abgestürzt und lag dort bewusstlos. Durch die Besatzung des MZF 1 (MZF1 (73)) wurde die Einsatzstelle großflächig mittels Flutlichttrage und Power-Moon ausgeleuchtet. Währenddessen führten die Besatzungen des LF 16/12 (LF 16/12 (44)), KTLF (KTLF (48)) und RW (RW (52)) Erste-Hilfe Maßnahmen durch und leiteten die Rettung über schiefe Ebene mittels Schleifkorbtrage und Leinen ein. Viele Anwohner waren mit ihren Kindern durch das Blaulicht aus ihren Häusern gekommen, und beobachteten das Geschehen der Floriansjünger gespannt.

Noch während der Rückbauphase wurde dann ein Teil der Aktiven der Feuerwehr mit dem KdoW zbV und RW zu einem Realeinsatz alarmiert. Der Rettungsdienst forderte uns zu einer Tragehilfe an. Mehr dazu unter der Rubrik Einsätze.

Nach dem letzten Einsatz für Samstagabend sanken die Floriansjünger erschöpft und zufrieden gegen 23:00 Uhr ins Bett. Die Nacht endete am Sonntag früh um 08:00 Uhr, als das Piepsen der Melder „B2 – Brandmeldereinlauf “, die frühmorgendliche Ruhe durchbrach. Die Jugendlichen sprangen aus ihrem Nachtlager, zogen Ihre Ausrüstung an und liefen zu den Einsatzfahrzeugen. Auch der Einsatz stellte sich als Fehlalarm heraus, sodass schnell abgerückt werden konnte.

Bevor die Jugendlichen nach anstrengenden, lehrreichen und vor allem schönen 24 Stunden im Dienst der Jugendfeuerwehr nach Hause entlassen werden konnten, wurde noch zusammen gefrühstückt, aufgeräumt und die Fahrzeuge gereinigt. Auch das gehört eben dazu.

Wir bedanken uns bei Sebastian Skuda und Mario Heß für die zeitaufwändige Vorbereitung sowie bei allen Helfern und Unterstützern, die den Tag der Jugendfeuerwehr und somit den Jugendlichen ein besonderes Erlebnis ermöglicht haben. Wir danken aber auch den Jugendlichen, die mit viel Spaß und Freude dabei waren.