Tag der Jugendfeuerwehr – 24 Stunden im Zeichen der jungen Brandschützer

Es ist Samstag, 25.Juni 2016, 10:00 Uhr. 22 der 28 Nachwuchsbrandschützer der Jugendfeuerwehr, darunter auch 3 Mädchen warten gespannt was in den nächsten 24 Stunden vor ihnen liegt. Auf dem Programm steht der Tag der Jugendfeuerwehr, die 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr Ingelheim am Rhein. Hier soll den Jugendlichen ein Einblick in das Aufgabenspektrum der Feuerwehr und einen durchaus möglichen Tagesablauf gegeben werden.

Bevor das Abenteuer beginnt, wird die Anwesenheit festgestellt, die Fahrzeugeinteilung vorgenommen und die digitalen Meldeempfänger (DME), besser bekannt als Piepser, ausgegeben. Moment, Piepser? Echt jetzt!

Natürlich hat nicht jeder Jugendliche einen eigenen Piepser bekommen. Die eingeteilten Fahrzeugführer erhielten für den Tag der Jugendfeuerwehr einen DME, über den die Jugendlichen zu den „Einsätzen“ alarmiert wurden.

Kurz nach 11 war es soweit, während sich die Jugendlichen mit den Fahrzeugen und dem Einsatzmaterial vertraut machten, lösten zum ersten Mal für den Tag die Piepser aus: „B1 – Brandnachschau“. Alarmiert waren 44, 48, 19, 73. Oh, Entschuldigung. Ein Löschgruppenfahrzeug (LF 16/12 (44)), das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (KTLF (48)), das Mannschaftstransportfahrzeug (MTF (19)) und das Mehrzweckfahrzeug (MZF1 (73))

Die Jugendlichen rüsteten sich aus und besetzten die Einsatzfahrzeuge. Vor Ort stellte sich heraus, dass es sich um eine stark verrauchte Lagerhalle handelte. Natürlich war das nur Disconebel. Es ging nun darum, herauszufinden, ob es noch brennt, Personen im Gebäude sind und das Gebäude zu entrauchen. Hierzu wurden unter anderem Wärmebildkamera und Überdrucklüfter eingesetzt.

Nachdem der Einsatz beendet war, rückte der „Löschzug“ wieder ein und die Fahrzeuge wurden wieder einsatzbereit gemacht. Kurz vor der Mittagspause, wurde die Fahrzeugbesatzung des LF 16 aus Ihren Aktivitäten und Gesprächen gerissen.

Es wurde ein brennender Müllbehälter am Ikasee entdeckt, den es zu löschen galt. Nach kurzem Einsatz kehrte das Fahrzeug mit seiner Besatzung wohlbehalten zurück.

Kurz nach der Mittagspause mussten die Besatzungen des TSF-W und MZF 1 eine (Plüsch-)Ente aus einer Regenrinne befreien. Während LF 16 und der Rüstwagen (RW (52)) zur Rettung einer verletzten Person in einen Hohlweg unterhalb des Bismarckturmes ausrückten.

Aufgrund der Wetterlage sind im Verlauf des Tages Äste auf eine Straße gefallen, die von Jugendlichen beseitigt werden mussten. Hierzu rückten das TSF-W und das MTF aus.

Nach einer kurzen „Ausbildungseinheit“ und anschließender Pause kam es, während sich Jugendfeuerwehrwart Björn Roos gerade in einem Gespräch mit der Presse befand, zu einem weiteren Einsatz (So ein Zufall). Gemeldet war wieder ein Müllbehälterbrand. Deshalb rückte zunächst nur das LF 16 aus. Auf der Anfahrt wurden wir informiert, dass es bereits mehrere Notrufe gab, da der brennende Müllbehälter bereits auf die angrenzende Gartenlaube übergreift. Daraufhin wurden auch ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24 Tr (21)), das TSF-W, MTF und MZF 1 zur Einsatzstelle geschickt. Die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesperrt und das Feuer mit 3-C-Rohren von der Jugendfeuerwehr niedergekämpft. (Die Presse berichtete hierüber)

Nach Rückkehr des Löschzuges und wiederherstellen der Einsatzbereitschaft, richten die Jugendlichen ihre Nachtquartiere im Schulungsraum und Jugendraum ein.

Ein geplanter Übungseinsatz mit dem Mehrzweckboot auf dem Rhein, war zwar vorbereitet, musste aber aufgrund des Wasserstandes, der die Hochwassermeldestufe 1 erreichte, ausfallen. Dafür galt es auf dem Wasserspielplatz zwei „ausgebüxte“ (Gummi-)Schlangen einzufangen. Eine davon lag im Wasserlauf und wirkte im ersten Moment täuschend echt.

Auch bei der Jugendfeuerwehr gilt die Devise „ohne Mampf kein Kampf“. Doch verzögerte sich das Abendessen, da während der Vorbereitungen ein echter Alarm für die Aktiven der Feuerwehr einging. Die Jugendlichen zogen sich für Dauer des Einsatzes in die Schlafquartiere zurück bzw. haben bei der Vorbereitung zum Abendessen unterstützt.

Nach dem Einsatz gab es für die Jugendlichen, die Ausbilder und Helfer, Steaks und Würstchen vom Grill. Dazu gab es leckeres Kräuter-Knoblauch-Brot, das Yvonne Roos, selbst zubereitet und im Dutch Oven (gußeiserner Feuertopf) frisch gebacken hatte. Dies war aufgrund des Tagesablaufes gar nicht so einfach.

Nachdem alle satt und in Gespräche über das Erlebte vertieft waren, wurden die Jugendlichen zu einem Flächenbrand auf einer Ackerfläche außerhalb von Ingelheim alarmiert, zu dem der Löschzug ausrückte.

Nach dem letzten Einsatz für Samstagabend sanken die Floriansjünger erschöpft und zufrieden gegen 23:00 Uhr ins Bett. Die Nacht endete am Sonntag früh um 07:16 Uhr, als das Piepsen der Melder und eine Hausdurchsage „Einsatz für die Jugendfeuerwehr – Brandmeldereinlauf Kindertagesstätte…“, die frühmorgendliche Ruhe durchbrach. Die Jugendlichen sprangen aus ihrem Nachtlager, zogen Ihre Ausrüstung an und liefen zu den Einsatzfahrzeugen. Leider musste der Übungseinsatz auf der Anfahrt abgebrochen werden, da die Ausbilder der Jugendfeuerwehr zu einem echten Einsatz gerufen wurden.

Bevor die Jugendlichen nach anstrengenden, lehrreichen und vor allem schönen 24 Stunden im Dienst der Jugendfeuerwehr nach Hause entlassen werden konnten, wurde noch zusammen gefrühstückt, aufgeräumt und die Fahrzeuge gereinigt. Auch das gehört eben dazu.

Für einen Teil der Jugendfeuerwehrausbilder war der Tag noch nicht zu Ende, denn so wie es bei der Feuerwehr nun einmal üblich ist, kann immer etwas Ungeplantes dazwischen kommen… und es kam natürlich etwas dazwischen – ein weiterer echter Einsatz.

Wir bedanken uns bei Marco Lüttringhaus und Mario Heß für die zeitaufwändige Vorbereitung sowie bei allen Helfern und Unterstützern, die den Tag der Jugendfeuerwehr und somit den Jugendlichen ein besonderes Erlebnis ermöglicht haben. Wir danken aber auch den Jugendlichen, die mit viel Spaß und Freude dabei waren.