Tag der offenen Tür im Feuerwehrhaus Mitte der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein – 20.05.2018

Die langjährige Tradition verlangte danach, dass auch an diesem Pfingstsonntag der Tag der offenen Tür des Feuerwehrhauses „Mitte“ in der Georg-Scheuing-Straße 1a stattfand. So öffnete die Freiwillige Feuerwehr Ingelheim am Rhein erneut ihre Pforten und präsentierte bei zunächst sommerlichem Wetter die Arbeit, die hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte leisten. Der Förderverein, die Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein e.V., sorgten daneben für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher. Doch war es sicherlich auch dem abwechslungsreichen Programm zu verdanken, dass der Besucherstrom auch bei einsetzendem Regen in den Mittagsstunden nicht abreißen wollte.

Schon bei Veranstaltungsbeginn um 10 Uhr konnten sich die Besucher über die ausgestellten Fahrzeuge und Geräte informieren. Ehrenamtliche standen mit Rat und Tat zur Seite und beantworteten die vielen Fragen der Interessierten. In der Fahrzeughalle stellte die Einsatzabteilung Fotos rund um die Übungsdienste und das Einsatzgeschehen des zurückliegenden Jahres aus. Auch die Jugendfeuerwehr Ingelheim informierte auf Stellwänden zu ihrer Arbeit rund um die Nachwuchsförderung: das Gemeinschaftszeltlager 2017 mit der Jugendfeuerwehr Wackernheim durfte dabei ebenso wenig fehlen, wie beispielsweise die Fotoberichterstattung rund um den diesjährigen „Tag der Jugendfeuerwehr“, einer 24-Stunden-Übung mit Übernachtung im Gerätehaus.

Doch damit nicht genug. Die SRHT-Einheit (Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen) informierte über ihr Aufgabenfeld. Dass die Mitglieder dieser Gruppe, allesamt Angehörige der Feuerwehr, jährlich zusätzlich 72 Stunden „im Seil“ als Mindestnachweis zu erbringen hätten, brachte so manchen Besucher ins Staunen. Eindrucksvoll vermittelte die Gruppe ihre Tätigkeit durch die zur Schau gestellte Schleifkorbtrage. Diese hing, eingebunden in ein Seilsystem, von der Decke der Fahrzeughalle.

In einer eigens eingerichteten Info-Ecke konnte man sich weiterhin zu dem Projekt „Neubau einer zentralen Feuerwache in Ingelheim“ informieren, dessen Umsetzung noch in 2018 beginnen soll. Auch konnte man sich zu Themen der Brandschutzerziehung informieren und so beispielsweise Antworten auf die Fragen erhalten, ob und wie Rauchwarnmelder in den eigenen Wohnräumen sinnvoll eingesetzt werden können. Per Video wurde zudem erneut das richtige Verhalten im Verkehrsstau und das Bilden einer Rettungsgasse vermittelt. Doch gab es auch Informationen dazu, wie man sich in der Feuerwehr engagieren kann. Neben einer aktiven Mitgliedschaft gibt es nämlich immer wieder auch Bürgerinnen und Bürger, die die Arbeit der Feuerwehr unterstützen und honorieren möchten, sich selbst jedoch eine aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr nicht zutrauen würden. Für all diejenigen stand der Vorsitzende des Fördervereins, Freunde der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein e.V., für Fragen zur Verfügung. Er informierte zu Möglichkeiten der Mitgliedschaft, wie auch dem Förderzweck des Vereins.

Um den Besuchern aber auch etwas Action mitten aus dem Feuerwehralltag zu bieten, wurden daneben verschiedene Schauübungen durchgeführt. Um 13 Uhr zeigten Mitglieder der Einsatzabteilung das eigene Können und den Einsatzzweck von Fahrzeug und Gerät. Simuliert wurde hier ein Verkehrsunfall zwischen zwei Pkw. Übungsziel war die technische Rettung der verunfallten Personen. Auch die Jugendfeuerwehr zeigte gegen 15 Uhr, dass die Feuerwehr nicht immer und in jedem Einsatz mit Löschwasser konfrontiert sein muss. So wurde hier angenommen, dass ein Winzer in einem unachtsamen Moment unter ein Anbaugerät eines Traktors geraten wäre. Das schwere Gerät lastete nunmehr auf dem Winzer und dieser musste unter Zuhilfenahme von Hochdruckhebekissen aus seiner misslichen Lage befreit werden. Wie auch schon bei der Schauübung der Aktiven wurde auch dieses Übungsziel in wenigen Minuten und unter Beobachtung zahlreicher, interessierter Zuschauer erreicht.

Den Abschluss der Schauübungen bildete dann die SRHT-Einheit, die am Nachmittag unter Beweis stellte, wieso es so viele zusätzliche Ausbildungs- und Übungsstunden braucht, um Mitglied in dieser Gruppe zu sein. Angenommen wurde, dass ein Arbeiter beim Aufsteigen an der Leiter eines Baukranes abgerutscht und nunmehr in der Seilsicherung hängen würde. Hier war es nun das Ziel, den abgestürzten Arbeiter aus seiner Situation zu befreien, in das Seilsystem der Höhenretter zu übernehmen und ihn so sicher zu Boden zu bringen. Selbst unter den inzwischen widrigen äußeren Umständen war auch dieses Übungsszenario schnell gelöst.

Zwischen den Übungen konnten die Besucher jederzeit aber auch selbst aktiv werden und Hand anlegen. So konnte an dem Feuerlöschtrainer das Löschen eines Kleinbrandes mittels Feuerlöscher geübt werden. Durch die Feuerwehrangehörigen wurde dabei auf Gefahren sowie den richtigen Umgang mit dem Feuerlöscher hingewiesen. In einem Pavillon wurde den Besuchern die Möglichkeit geboten einmal selbst eine Person in einem verrauchten Raum zu suchen und dabei die äußeren Umstände, wie schwere Schutzausrüstung, Atemschutzgerät und schlechte Sicht zu erfahren. Mit präparierten Schutzbrillen wurde eine „Nullsicht“ nachgestellt, mit der die Einsatzkräfte bei Wohnungsbränden konfrontiert sein können. Wie schwierig es ist dabei einen kühlen Kopf zu bewahren und einen Dummy unter einem Tisch aufzufinden, konnte sehr anschaulich vermittelt werden. Weiteres Programmangebot, und sicherlich DAS Highlight für unsere kleinen Gäste, waren die angebotenen Rundfahrten im Löschgruppenfahrzeug. So konnten die Kleinen immer wieder im LF 16/12 (1/45) und TLF 16/25 (1/23-1) mitfahren – zwei echten Feuerwehreinsatzautos!

Abschließend dürfen wir uns bei allen Helferinnen und Helfern bedanken, die diese Veranstaltung in dem Rahmen immer wieder überhaupt erst ermöglichen. Ganz besonderen Dank möchten wir dabei an die Kameradinnen und Kameraden der Werkfeuerwehr Boehringer sowie der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Heidesheim am Rhein aussprechen! Während die Werkfeuerwehr ihr Wechselladerfahrzeug (WLF) mit AB-Schaummittel ausstellte, komplettierte die Heidesheimer Drehleiter (DLK 18/12) den ausgestellten „Löschzug“. Vielen Dank also auch an euch alle!