DANKE und GUT´ Schlauch Peter! – 22.01.2019

29 lange Jahre war Hans-Peter Stoffel in der Funktion des ehrenamtlichen Wehrleiters der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein tätig. Mit Vollenden des 63. Lebensjahres war gestern nun der Tag seiner Entpflichtung unweigerlich gekommen. Zum offiziellen Teil hatten wir bereits berichtet. Doch, ganz wie es sich unter Kameraden gehört, haben wir es uns nicht nehmen lassen seinen Geburtstag und seine Verabschiedung auch außerhalb des offiziellen Protokolls noch einmal gebührend mit ihm zu feiern!

Direkt im Anschluss an die öffentliche Stadtratssitzung nahmen wir Peter in dem für ihn aus rund 7.000 Einsätzen gewohnten Blaulicht- und Feuerschein entgegen. Ein kurzer, aber beeindruckender Show-Effekt leitete die krachende Verabschiedung rund um das Feuerwehrgerätehaus ein. Ein letztes Mal fuhr er (wenn auch nur als Beifahrer) im Kommandowagen im Alarmhof vor. Ein letztes Mal noch den Status 2 „Wache ein – Funk aus“ setzen. Was folgte, waren aber nicht der gewohnte Anblick seines zielstrebigen, leicht schlurfenden Gangs in den für ihn typischen Clocks-Schuhen in Richtung Spind. Nein, diesmal ließ er sich besonders viel Zeit. Die letzten Meter von Fahrzeugstellfläche in Richtung Hallentor schritt er langsam und genießend ab. Kein Wunder, standen dort seine langjährigen Kameraden und Wegbegleiter für ihn im Spalier. Und: es waren so einige gekommen. Neben Alters- und Ehrenkameraden auch Wegbegleiter der Werkfeuerwehr Boehringer oder etwa der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Heidesheim. Großes Tammtamm also für den zunächst klein angelegten Rahmen. Der Offizielle folgt noch beim diesjährigen Jahresempfang der Freiwilligen Feuerwehr Ingelheim am Rhein Mitte März.

Nachdem Peter ein paar Worte an die zahlreichen Gäste, weit überwiegend seine bis zuletzt aktiven Kameraden, gerichtet hatte, nahm die Versammlung Kurs auf die Fahrzeughalle. Noch einmal versammelte sich die Mannschaft aufgereiht in der Halle mit Blick zu ihm. Einen letzten Übungsdienst, ein letztes Antreten, ließen wir ihm zuteilwerden. Nachdem der Probealarm der Rufmelder und auch die Lautsprecheransage, die ihm ebenfalls unbedingt hat gratulieren wollen, verstummt waren, setzte sich der Feiertross in Richtung Schulungsraum in Bewegung. Dort war ein kleines Buffett angerichtet und auch die ein oder anderen Worte des Dankes wollten noch einmal an ihn gerichtet werden. Bürgermeisterin Breyer war so voll des Lobes, ob seiner immer vertrauensvollen und professionellen Zusammenarbeit mit sämtlichen Vertretern der Stadtspitze, die Peter in seinen 29 Dienstjahren als ehrenamtlicher Wehrleiter miterlebt hatte. Stellvertretend für die aktiven Abteilungen der Feuerwehr, die hauptamtliche Abteilung 32/1 Feuerwehr und Katastrophenschutz sowie die Fördervereine überreichte Klaus Kuntz ein gemeinsames Präsent. Auch Jürgen Wolf, vormals Leiter der Werkfeuerwehr Boehringer, blickte auf die gemeinsame Zeit zurück, die man „gemeinsam angefangen und gemeinsam beendet“ habe. Auch er schied kürzlich dem Alter wegen aus seiner langjährigen Funktion aus. Und auch ein Anderer war gekommen, der nunmehr schon vor einiger Zeit freiwillig aus dem Dienste der Feuerwehr ausgeschieden war: unsern lieber Gregor. Als „echte Sporkenummer“ wusste er, in seiner ihm ganz eigenen Manier und Mundart, von so mancher gemeinsamen Feuerwehr-Stunde mit Peter zu berichten. Endlich nahm dann auch der heitere bis sehr unterhaltsame Teil der Veranstaltung Fahrt auf. Nicht selten überschlug sich sogar so mancher vor Lachen an den Tischen.

Ganz sicher waren die zurückliegenden Jahre im Dienste der Feuerwehr nicht immer nur einfach. Und ganz gewiss war auch Peter dabei nicht immer nur zum Lachen zumute. Gedacht sei an die vielen Großeinsätze oder besonders belastende Ereignisse und schwierige Momente, die er in all diesen Jahren in verantwortlicher Position erlebte. Der herzliche Abschied und der pickepackevolle Schulungsraum am gestrigen Abend zeugen aber davon, dass mit unserem Kameraden und (nun) ehemaligen Wehrleiter einer die aktive Feuerwehr-Familie verlassen hat, der zukunftsweisende und noch lange wirkende Strukturen übergibt. Denn schließlich hinterlässt er als vielleicht letzter ehrenamtlicher Wehrleiter der Feuerwehr Ingelheim in den zurückliegenden Jahren und Jahrzenten stark professionalisierte Strukturen, die nun seinen bisherigen Stellvertreter Mirko Gauer als neuen Wehrleiter im Hauptamt im Dienst willkommen heißen. Auch Mirkos Ernennung, die mit Peters Entpflichtung im Grunde Hand in Hand vonstattenging, ist natürlich weit mehr als nur eine Randnotiz wehrt. Dies werden wir ausführlich an späterer Stelle nachholen, wünschen ihm vorab schon mal alles Gute in neuer Funktion und stets ein glückliches Händchen!

Zunächst ziehen wir unseren Hut vor 29 Jahren ehrenamtlicher, aber stets hauptverantwortlicher Funktion als Wehrleiter, lieber Peter! Für deine Zeit ohne Rufmelder wünschen wir Dir alles erdenklich Gute. In beruflicher Funktion bleibst du der Feuerwehr ja noch einige Zeit beratend und projektverantwortlich erhalten. Vergiss nicht, dass du in der Feuerwehr-Familie – wenn nun auch in neuer Position in der Alters- und Ehrenabteilung – immer herzlich willkommen sein wirst! Gut‘ Schlauch!