Ausbildung Wasserrettung auf dem Rhein - 04.07.2020

Letzte Woche konnten wir den Übungsbetrieb wieder fast wie gewohnt einheitsintern aufnehmen. Gerade im Hinblick auf die vielen Badeunfälle in dieser Saison wurde am Wochenende durch zwei Gruppen verstärkt die Wasserrettung geübt. Am Freitag nahmen wir uns das Mehrzweckboot vor, welches neben der Menschenrettung auch für die Brandbekämpfung ausgerüstet ist. Nach einer Einweisung der Bootsmannschaft wurde die auf dem MZB verladene Pumpe in Betrieb genommen und ein Löschangriff mittels Werfer und Strahlrohr geübt. Die Bootsmannschaft besteht grundsätzlich aus einem Bootsführer, der über einen entsprechenden Lehrgang verfügen muss und wie der Name schon sagt das Boot führt, und zwei Bootsmännern, die alle weiteren Aufgaben wie das Bedienen der Leinen, die Menschenrettung und die Bedienung von Geräten wie z.B. der Pumpe übernehmen. Die Feuerwehr Ingelheim am Rhein setzt grundsätzlich bei jeder Fahrt 2 Bootsführer ein, sodass das Boot auch im Unglücksfall sicher bedient werden kann. Neben dem Löschangriff wurden auch weitere Aufgaben des Bootsmanns wie die Menschenrettung eines Ertrinkenden und auch das Fahren des Bootes geübt.

Am Samstag konnten wir zusammen mit der DLRG Rheingau und deren Boot das Abfangen, Sichern und Schleppen eines manövrierunfähigen Bootes üben. Hierzu simulierte das RTB der DLRG einen Maschinenschaden und forderte Hilfe von unserem RTB 2 an. Gerade im Fahrwasser mit starker Strömung und großen Frachtschiffen kann ein solcher Maschinenschaden lebensgefährlich sein. Durch das RTB 2 der Feuerwehr Ingelheim wurde das RTB der DLRG Rheingau abgefangen und mittels einer Z-Verbindung gesichert. Nachdem die unmittelbare Gefahr nun gebannt war, wurde eine Schleppverbindung mit Schleppseil und –dreieck aufgebaut und das „havarierte“ Boot geschleppt. Im Einsatzfall werden so havarierte Boote in den nächsten Hafen geschleppt, wo sie dann gefahrlos festgemacht werden können. Nachdem das Manöver erfolgreich beübt war, kehrten wir in den Ingelheimer Hafen zurück und übten die Menschenrettung mit dem RTB. Hierzu rüsteten sich zwei Kameraden mit unseren Überlebensanzügen aus und retteten sich gegenseitig nacheinander aus dem Wasser. Schließlich wurde es Zeit, zur Bootstankstelle nach Budenheim aufzubrechen, um das Boot zu betanken.

Wir bedanken uns an dieser Stelle recht herzlich bei der DLRG Rheingau, die uns relativ spontan die Möglichkeit gaben, mit ihnen zu üben.

Abschließend möchten wir auf Grund der jüngsten Unglücke in Eich und Trebur nochmals an alle Wasserratten appellieren: Das warme Wetter der letzten Tage und die mancherorts gut zugänglichen Sandstrände laden zum Baden im Rhein ein. Allerdings ist der Rhein kein Kinderplanschbecken oder Badesee, sondern ein Strom mit mancherorts sehr hoher Fließgeschwindigkeit. Auch wenn in einigen Seitenarmen, wie der großen Gieß bei Heidenfahrt, kaum Strömung zu sehen ist, kann diese unter Wasser viel stärker sein. Gegen diese Strömung anzuschwimmen ist selbst für trainierte Schwimmer eine Herausforderung. Besonders Kinder können Wellen und Strömung nicht gut einschätzen und erst recht nicht dagegen schwimmen. Daher bitten wir Sie: Baden Sie nicht im Rhein! Nutzen Sie die Angebote der umliegenden Schwimm- und Freibäder oder bewachter Badeseen. Die Seen im Stadtgebiet Ingelheim (Ikasee und Blaue Seen) sind übrigens keine Badeseen!